Ab welcher Fläche eine Ankleide funktioniert, wie Sie Stangenlänge und Aufteilung aus Ihrer Kleidung ableiten und welches Licht Farben richtig zeigt.

6–10 Minuten
Begehbarer Kleiderschrank & Ankleide planen Maße, Aufteilung, Licht

Direktantwort

Ein begehbarer Kleiderschrank funktioniert schon auf kleiner Fläche, wenn Tiefe und Gang stimmen: rund 60 cm Schranktiefe für Kleiderstangen und mindestens etwa 90 cm freier Gang davor. Eine Schrankseite von 2 m Länge braucht damit rund 3 m² Grundfläche, eine L- oder U-Form entsprechend mehr. Alles Tägliche gehört in die gut erreichbare Zone zwischen etwa 50 und 170 cm Höhe. Teilen Sie den Platz nach Ihrer Kleidung in Hängen, Falten und Schuhe auf und planen Sie Licht in mehreren Ebenen.

Ein begehbarer Kleiderschrank verspricht, was ein normaler Schrank selten schafft: Überblick. Statt Kleidung übereinanderzustapeln, hängt und liegt alles sichtbar und griffbereit. Viele halten das für einen Luxus großer Häuser, dabei genügt oft eine kleine Fläche oder ein Nebenraum. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern dass Tiefe, Gang und Aufteilung stimmen. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie das berechnen.

Ab wann sich eine Ankleide lohnt

Ob sich eine Ankleide lohnt, entscheidet zuerst die Fläche, und die lässt sich ausrechnen statt schätzen. Kleiderstangen brauchen rund 60 cm Schranktiefe, davor mindestens etwa 90 cm, um sich zu bewegen und anzuziehen. Eine einzelne Schrankseite von 2 m Länge braucht damit 2 m × 1,50 m, also rund 3 m². Liegen Schränke auf beiden Seiten des Gangs oder in L- und U-Form, wächst die Fläche entsprechend.

Der zweite Punkt ist die Lage. Praktisch liegt die Ankleide zwischen Schlafzimmer und Bad. Auch eine abgetrennte Ecke im Schlafzimmer oder ein kleiner Nebenraum eignen sich, ebenso ein Raum mit Dachschräge, wenn die Elemente der Schräge folgen.

Und schließlich zählt Ihr Bedarf. Wer viel Kleidung, Schuhe und Accessoires hat, gewinnt mit einer Ankleide deutlich an Ordnung. Zwei Personen, die sich morgens gleichzeitig anziehen, planen am besten zwei Zonen. Ein Nebeneffekt: Wenn die Kleidung nebenan ihren Platz hat, bleibt das Schlafzimmer frei von großen Schrankfronten.

Die wichtigsten Maße im Überblick

Mit diesen Werten lässt sich rechnen; angepasst werden sie an Raum und Kleidung.

Element

Richtwert

Warum

Schranktiefe für Kleiderstangen

ca. 60 cm

Bügel hängen quer, ohne anzustreifen

Freier Gang

mind. ca. 90 cm

bewegen, Auszüge öffnen, anziehen

Fläche für eine 2-m-Schrankseite

ca. 3 m²

2,00 m × (0,60 + 0,90) m

Gut erreichbare Zone

ca. 50-170 cm Höhe

ohne Bücken und Strecken

Platz auf der Stange

ca. 20-30 Teile pro Meter

je nach Kleidung und Bügel

Langhang / Kurzhang

ca. 150 cm / ca. 100 cm Höhe

Mäntel und Kleider vs. Hemden und Jacken

Die Zeile zur Stange ist der wichtigste Planungswert. Zählen Sie Ihre hängende Kleidung und teilen Sie durch 20 bis 30, dann wissen Sie, wie viele Meter Stange nötig sind. Weil kurze Teile übereinander auf zwei Stangen passen, spart ein Doppelhang viel Länge.

Die Ankleide einteilen

Hängen, Falten, Schuhe

Der Kern jeder Ankleide ist die Aufteilung. Gehen Sie durch, was Sie besitzen: Was hängt, was wird gefaltet, wie viele Schuhe, Taschen und Accessoires gibt es? Hängendes braucht Stangen in unterschiedlichen Höhen, Gefaltetes Auszüge und Böden, Schuhe schräge Regale oder flache Auszüge. Schräge Schuhböden zeigen die Spitzen nach vorn und lassen sich auf einen Blick überschauen, brauchen aber etwas mehr Höhe pro Fach. Wer nur Stangen plant, stapelt Pullover später auf dem Boden.

Zonen, zwei Nutzer und Fenster

Teilen sich zwei Personen die Ankleide, bekommt jede Seite ihre Stangen, Auszüge und Fächer. Auch bei einer Person hilft das Denken in Zonen: Alltagskleidung in der gut erreichbaren Höhe, Saisonsachen und Koffer weiter oben. Die Form der Ankleide bestimmen oft Fenster und Heizkörper. Vor einem Heizkörper sollte kein Schrank stehen, damit die Wärme in den Raum kommt, und ein Fenster nimmt eine ganze Wand aus der Planung. In einem Haus in Pyhra hat genau diese Kombination die Form festgelegt.

Licht, Spiegel und Maßarbeit

Beleuchtung in drei Ebenen

Licht ist in der Ankleide wichtiger, als man denkt, denn hier wählt man Farben. Ein gutes Konzept arbeitet in drei Ebenen: gleichmäßiges Deckenlicht, Licht am Spiegel und Beleuchtung in Fächern oder an Stangen, die beim Öffnen angeht. Für echte Farbwiedergabe achten Sie bei LED-Leuchten auf einen hohen Farbwiedergabeindex, angegeben als CRI- oder Ra-Wert; Werte ab 90 gelten als gut.

Spiegel und Sitzgelegenheit

Ein großer, gut ausgeleuchteter Spiegel gehört dazu, um das Outfit ganz zu sehen. Eine kleine Sitzgelegenheit, ein Hocker oder eine Bank, macht das Anziehen von Strümpfen und Schuhen bequem und bietet oft Stauraum unter der Sitzfläche. Beides kostet wenig Platz.

Nach Maß in Nische und Dachschräge

Eine maßgefertigte Ankleide nutzt jeden Winkel: eine Nische, eine Schräge unterm Dach, eine ungenutzte Ecke. Gerade unter einer Dachschräge wird so aus totem Raum ein nutzbarer Kleiderbereich; die niedrige Zone am Kniestock eignet sich für Auszüge und Schuhe, die Höhe in der Raummitte für Langhang. Wie die Höhe unter der Schräge zu rechnen ist, steht im Beitrag zum Einbauschrank für die Dachschräge.

Typische Fehler bei der Ankleide

Ein typischer Fehler ist, nur Stangen zu planen und die Auszüge zu vergessen. Gefaltete Kleidung und Wäsche brauchen Böden und Schubladen, sonst ist der Überblick bald dahin. Ein zweiter Fehler ist zu wenig Licht: In einer dunklen Ankleide erkennt man Farben schlecht. Drittens wird die gut erreichbare Zone ignoriert und Alltägliches zu hoch oder zu tief eingeräumt.

Ein vierter Fehler ist, die Ankleide zu voll zu planen. Wer jeden Zentimeter zustellt, hat keinen Platz für Neues und kommt schlecht an alles heran. Und fünftens wird der Gang zu schmal: Unter 90 cm stößt man beim Anziehen an, und offene Auszüge blockieren den Weg.

Wie wir eine Ankleide planen

Vor der Planung steht eine ehrliche Zählung: wie viele Teile hängend, kurz oder lang, wie viele Fächer Gefaltetes, wie viele Paar Schuhe. Daraus ergibt sich das Verhältnis von Stangen, Auszügen und Regalen. Dann messen wir den Raum, auch Fenster, Heizkörper, Nischen und Schrägen, und prüfen, welche Wände überhaupt zur Verfügung stehen.

Aus der Praxis

Zählen Sie Ihre hängende Kleidung einmal getrennt nach kurz und lang. Kurze Teile wie Hemden und Blusen passen auf zwei Stangen übereinander, lange Mäntel und Kleider brauchen die volle Höhe. Oft zeigt sich dabei, dass deutlich weniger Langhang nötig ist als gedacht, und die gewonnene Länge reicht für zusätzliche Auszüge.

So haben wir die Ankleide von Frau Mo. in Pyhra geplant

Frau Mo. wollte das frühere Kinderzimmer ihres Hauses in Pyhra in eine Ankleide umbauen und kam mit einer klaren Vorstellung: Kleiderstangen, Schubladen, Schuhregal, ein großer Spiegel. Der Raum misst 2,20 auf 2,80 m. An einer der kurzen Wände sitzen Fenster und Heizkörper, an einer langen Wand die Tür. Gezählt hatte sie rund 50 hängende Teile, überwiegend kurze, dazu einige Mäntel und Kleider.

  • Ausgangslage: Umbau eines Kinderzimmers mit 2,20 × 2,80 m, Fenster und Heizkörper an einer kurzen Wand, Tür an einer langen Wand.
  • Herausforderung: Zwei Wände fielen für Schränke weg, die Stangenlänge musste trotzdem für rund 50 Teile reichen.
  • Umsetzung: L-Form mit Kleiderstangen an der freien langen Wand, Doppelhang für kurze Teile und einem Abschnitt Langhang, Auszüge und Schuhregal an der kurzen Wand gegenüber dem Fenster; Spiegel neben der Tür, Heizkörper bleibt frei.
  • Warum diese Lösung: Die freie lange Wand trägt die Stangen, der Doppelhang halbiert die nötige Länge, und vor dem Heizkörper steht nichts.

Die Kleidung findet damit vollständig Platz, und vor den Schränken bleibt ein Gang von 1,60 m.

So planen Sie Ihre Ankleide

Fünf Schritte führen zur Ankleide, die funktioniert:

  1. Kleidung zählen: hängend kurz und lang, Gefaltetes, Schuhe und Accessoires erfassen.
  2. Stangenlänge rechnen: Teile durch 20 bis 30 pro Meter, kurze Teile im Doppelhang.
  3. Fläche und Wände prüfen: 60 cm Tiefe plus 90 cm Gang, Fenster und Heizkörper freihalten.
  4. Aufteilung festlegen: Hängen, Falten und Schuhe im passenden Verhältnis, Tägliches zwischen 50 und 170 cm.
  5. Licht planen: Deckenlicht, Spiegellicht und Schrankbeleuchtung mit guter Farbwiedergabe.

Aus dem Fall von Frau Mo. folgt eine Regel, die in fast jeder kleinen Ankleide trägt: Rechnen Sie die Stangenlänge mit Doppelhang, bevor Sie an eine U-Form denken. Oft reicht dann eine Wand für die hängende Kleidung, und die zweite bleibt für Auszüge. Wie das Schlafzimmer daneben geplant wird, steht im Beitrag Schlafzimmer planen; unsere Lösungen sehen Sie unter Schlafzimmer.

Einblicke in unsere Projekte

Portrait Gerald Gimpl

Häufige Fragen zum begehbaren Kleiderschrank

Das hängt von der Form ab. Mit rund 60 cm Schranktiefe und 90 cm Gang braucht eine einzelne Schrankseite von 2 m Länge etwa 3 m². Liegen Schränke auf zwei Seiten oder in L- und U-Form, wird es entsprechend mehr. Ab einem eigenen Raum mit mehreren Wänden spricht man meist von einem Ankleidezimmer.

Als Richtwert braucht ein Schrank mit quer hängenden Bügeln rund 60 cm Tiefe, damit Kleidung frei hängt, ohne an Rückwand oder Front zu streifen. Bei geringerer Tiefe hängen die Bügel auf einem Frontalauszug hintereinander. Auf einem Meter Stange finden je nach Kleidung rund 20 bis 30 Teile Platz.

Ja, gerade dort lohnt sich Maßarbeit. Die Elemente folgen der Schräge und dem Kniestock: In der niedrigen Zone sitzen Auszüge und Schuhe, in der Raummitte, wo man aufrecht steht, die Kleiderstangen. So wird aus dem sonst toten Raum unter dem Dach ein nutzbarer Kleiderbereich.

Informationen zur Redaktion dieses Blogs

Redaktion: Verfasst durch das Möbelstudio Gimpl. Mit Unterstützung von KI recherchiert. Fachlich geprüft von Gerald Gimpl, Tischlermeister und Geschäftsführer, seit 1998 in St. Pölten.
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