Wohnzimmer planen: warum Stauraum oft unterschätzt wird
Warum ein Wohnzimmer erst mit dem richtigen Stauraum ruhig wirkt, wie Sie offen und geschlossen mischen und wann Wohnwand oder Sideboard die bessere Wahl ist.
·
·

Direktantwort
Stauraum entscheidet stärker über das Wohngefühl, als man denkt: Erst wenn Kabel, Technik und Alltagskram verschwinden, wirkt ein Wohnzimmer ruhig. Als verbreitete Faustregel funktioniert eine Mischung aus etwa zwei Dritteln geschlossenem und einem Drittel offenem Stauraum. Eine Wohnwand oder ein Sideboard nach Maß nutzt die Wand bis zur Decke, statt oben einen Streifen Luft zu lassen. Wer viel offen plant, muss dafür mehr aufräumen.
Beim Einrichten des Wohnzimmers geht es meist zuerst um Sofa, Farbe und Fernseher. Der Stauraum kommt zuletzt, wenn überhaupt. Ein paar Monate später stehen dann Dinge auf offenen Regalen, Kabel hängen sichtbar herunter, und der Raum wirkt unruhig, obwohl die Möbel schön sind. Dieser Beitrag zeigt, warum das so ist, wie Sie offenen und geschlossenen Stauraum mischen und wann eine Wohnwand nach Maß die richtige Antwort ist.
Warum Stauraum über das Wohngefühl entscheidet
Ein Raum wirkt ruhig, wenn das Auge zur Ruhe kommt, und das tut es nicht, wenn überall Dinge liegen. Fernbedienungen, Ladekabel, Zeitschriften, Spielzeug: All das gehört zum Leben, muss aber nicht ständig zu sehen sein. Verdeckter Stauraum sorgt für die optische Ruhe eines aufgeräumten Zimmers, ohne dass alles jederzeit perfekt geordnet sein muss.
Der zweite Grund ist die Technik. Fernseher, Receiver, Router und Lautsprecher samt Kabeln sind selten schön. Wo sie verschwinden können, gewinnt der Raum sofort. Ein geschlossenes Fach und ein Kabelweg in der Wohnwand machen aus einem sichtbaren Gerätepark eine ruhige Fläche.
Und schließlich geht es um Balance. Ein Wohnzimmer soll nicht steril wirken, sondern bewohnt. Die Kunst ist deshalb nicht, alles zu verstecken, sondern das Richtige zu zeigen und den Rest wegzuräumen. Erst wenn der Alltagskram einen Platz hat, kommen Sofa, Farben und Lieblingsstücke zur Geltung.
Offen oder geschlossen? Die richtige Mischung
Die Frage ist selten entweder-oder. Das beste Ergebnis entsteht aus einer Kombination. Die Tabelle zeigt, welche Zone wofür taugt und wo ihre Grenze liegt.
|
Zone |
Wofür sie taugt |
Grenze |
|---|---|---|
|
Geschlossene Fächer |
Technik, Kabel, Alltagskram |
wirken in großer Fläche massiv |
|
Offene Regale |
Bücher, Kunst, Pflanzen |
füllen sich schnell, brauchen Pflege |
|
Sideboard mit Türen |
ruhige Ablage auf Griffhöhe |
begrenztes Volumen |
|
Raumhohe Fronten |
viel verdeckter Stauraum |
können kleine Räume erdrücken |
|
Lowboard |
leichter Look unter dem Fernseher |
zu tief schiebt es das Sofa in den Raum |
Als Orientierung hat sich ein Verhältnis von etwa zwei Dritteln geschlossen zu einem Drittel offen bewährt. So verschwindet genug, damit der Raum ruhig bleibt, und es zeigt sich genug, damit er nicht kahl wirkt.
Technik und Wohnwand richtig planen
Technik und Kabel verstecken
Der größte Gewinn steckt oft in einem einzigen geschlossenen Fach. Receiver, Konsole und Router verschwinden dahinter, ein Kabelkanal in der Rückwand führt die Leitungen unsichtbar zur Steckdose. Zwei Punkte werden dabei gern übersehen. Geräte in einem geschlossenen Fach erzeugen Wärme und brauchen Luft, etwa über Lüftungsschlitze oder eine offene Rückseite. Und klassische Fernbedienungen brauchen Sichtkontakt, deshalb gehört eine passende Front oder eine Funksteuerung in die Planung. Bei einer Wohnwand in St. Pölten hat genau dieses Technikfach die ganze Aufteilung bestimmt.
Die Wohnwand nach Maß
Standardmöbel enden bei der nächsten Rasterbreite und lassen oben Luft, genau dort geht Stauraum verloren. Eine Wohnwand nach Maß nutzt die Wand bis unter die Decke und von Ecke zu Ecke. Im oberen Bereich landet, was selten gebraucht wird, in Griffhöhe das Tägliche. Damit eine so große Fläche nicht erdrückend wirkt, helfen ruhige, grifflose Fronten im Farbton der Wand und ein offenes Band auf Augenhöhe, das die Wand gliedert.
Und sie muss nicht überall gleich tief sein: Bücher brauchen deutlich weniger Tiefe als Geräte oder Ordner. Unten tiefer für Technik und Kisten, oben flacher für Bücher und Selten-Gebrauchtes, so tritt die Wand optisch zurück und nimmt dem Raum weniger Fläche. Die Tiefe richtet sich nach dem Inhalt, nicht nach dem Katalog.
Sideboard, Licht und Proportionen
Das Sideboard als ruhige Ablage
Nicht jedes Wohnzimmer braucht eine ganze Wand. Oft reicht ein Sideboard mit geschlossenen Fronten als ruhige, niedrige Ablage. Es schluckt erstaunlich viel, hält die Fläche darüber frei für eine Lampe oder ein Bild und wirkt leichter als ein hoher Schrank. Seine Tiefe entscheidet mit: Ein flaches Sideboard lässt mehr Weg vor dem Sofa, ein tieferes fasst mehr, schiebt aber die Sitzgruppe in den Raum.
Licht als Teil der Wohnwand
Stauraum und Licht gehören zusammen, werden aber selten zusammen geplant. Eine Wohnwand bietet die Chance, Licht gleich zu integrieren: indirektes Licht hinter dem Fernseher mildert den harten Kontrast am Abend, kleine Spots setzen offene Fächer in Szene, ein Lichtstreifen unter einem hängenden Sideboard lässt es leichter wirken. Wichtig ist, Kabel und Netzteile von Anfang an mitzuplanen, sonst hängen sie später sichtbar. Für individuelle Lichtlösungen führen wir unter anderem LeuchtWurm.
Typische Fehler bei der Wohnzimmerplanung
Ein typischer Fehler ist, zu viel offen zu planen. Offene Regale sehen im Prospekt luftig aus, im Alltag füllen sie sich mit Kram und wirken schnell unruhig. Wer ehrlich zu sich ist, plant den größeren Teil geschlossen.
Ein zweiter Fehler ist, die Höhe zu verschenken. Endet die Wohnwand auf halber Höhe, bleibt oben Fläche ungenutzt, die viel fassen würde. Drittens wird die Technik vergessen: Ohne geplanten Platz für Geräte und Kabel hängt am Ende doch alles sichtbar an der Wand, und ohne Belüftung wird es im Fach zu warm.
Und schließlich die Proportionen. Eine wuchtige, komplett geschlossene Wand kann einen kleinen Raum erdrücken, zu viele filigrane Einzelmöbel wirken dagegen unruhig. Legen Sie außerdem die Tiefe von Lowboard oder Sideboard fest, bevor das Sofa gekauft wird, dann passen beide zusammen.
Wie wir eine Wohnwand aufteilen
Bevor eine Wohnwand Gestalt annimmt, sortieren wir mit Ihnen den Inhalt: Was soll verschwinden, was darf man sehen, und welche Geräte brauchen Strom und Luft? Dann messen wir die Wand komplett aus, Breite und Höhe bis zur Decke, und markieren Steckdosen und Antennenanschluss. Aus diesen Angaben ergibt sich das Verhältnis von offen und geschlossen fast von selbst.
Aus der Praxis
Machen Sie vor der Planung ein Foto der Wand, wie sie heute ist, mit allem, was dort steht und liegt. Markieren Sie auf dem Ausdruck, was Sie sehen wollen und was nicht. Diese eine Seite sagt mehr über Ihren Stauraumbedarf als jede Liste, und sie zeigt, ob zwei Drittel geschlossen für Sie reichen.
Diese Lösung haben wir für Frau E. in St. Pölten gewählt
Frau E. wünschte sich für ihr Wohnzimmer eine Regalwand mit vielen offenen Fächern, wie sie sie aus Einrichtungsmagazinen kannte. Beim Durchgehen des Inhalts kamen allerdings Receiver, Spielkonsole, Router und Ladegeräte zusammen, dazu Fotoalben, die Spiele der Enkelkinder, Bücher und einige Erinnerungsstücke, die sie zeigen wollte. Ein überwiegend offenes Regal hätte den größten Teil davon dauerhaft sichtbar gemacht. Der Fernseher sollte mittig an der Wand hängen, Steckdosen und Antennenanschluss sitzen rechts unten.
- Ausgangslage: Wunsch nach einer überwiegend offenen Regalwand, viel Technik und Alltagskram im Bestand.
- Herausforderung: Optikwunsch und Inhalt passten nicht zusammen, offen hätte auf Dauer unruhig gewirkt.
- Umsetzung: geschlossene Unterschränke mit belüftetem Technikfach, darüber ein offenes Band auf Augenhöhe für Bücher und Erinnerungsstücke, oben geschlossene Fächer bis zur Decke; die Kabel laufen in einem Kanal hinter der Rückwand zur Steckdose rechts unten.
- Warum diese Lösung: Das offene Band liegt dort, wo der Blick hinfällt, alles andere verschwindet hinter ruhigen Fronten.
Der offene Charakter, den sich Frau E. gewünscht hat, bleibt damit erhalten, und Technik und Kram sind aus dem Blickfeld.
So planen Sie Ihren Wohnzimmer-Stauraum
Fünf Schritte bringen Ordnung in die Planung:
- Inhalt sortieren: Was soll verschwinden (Technik, Kabel, Kram), was gezeigt werden (Bücher, Lieblingsstücke)?
- Wand ausmessen: Breite und Höhe bis zur Decke notieren, Steckdosen und Anschlüsse markieren.
- Verhältnis festlegen: als Richtwert zwei Drittel geschlossen, ein Drittel offen.
- Form wählen: raumhohe Wohnwand für viel Stauraum, Sideboard für den leichteren Look.
- Technik einplanen: ein belüftetes Fach für die Geräte und einen unsichtbaren Kabelweg vorsehen.
Der Fall von Frau E. zeigt, wie sich ein offener Look und viel Inhalt vertragen: Legen Sie das offene Drittel auf Augenhöhe, wo es wirkt, und schließen Sie den Bereich darunter und darüber. Dann sieht die Wand offen aus, obwohl der größere Teil verdeckt ist. Was wir im Wohnbereich planen, sehen Sie unter Wohnen & Esszimmer; wie Sie den angrenzenden Essplatz einrichten, steht im Beitrag Esszimmer einrichten.
Einblicke in unsere Projekte

Häufige Fragen zum Stauraum im Wohnzimmer
Informationen zur Redaktion dieses Blogs
Redaktion: Verfasst durch das Möbelstudio Gimpl. Mit Unterstützung von KI recherchiert. Fachlich geprüft von Gerald Gimpl, Tischlermeister und Geschäftsführer, seit 1998 in St. Pölten.
Bildrechte: Wir verwenden ausschließlich selbstgemachte Fotos, Fotos unserer Partnerunternehmen (Verwendungsrechte liegen vor) oder gekennzeichnete KI-generierte Bilder.



