Wie funktioniert das RELAX 2000 Tellersystem?
Was die beweglichen Holzteller im Liegen bewirken, was sich daran nachstellen lässt und wann sich der Wechsel vom Lattenrost wirklich lohnt.
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Direktantwort
Das RELAX 2000 ist ein Bettsystem des österreichischen Herstellers RELAX Natürlich Wohnen. Statt durchgehender Federholzleisten trägt es viele einzelne, dreidimensional bewegliche Teller aus Massivholz. Jeder Teller gibt für sich nach, wodurch sich die Unterlage punktgenau an den Körper anpasst statt nur flächig abzustützen. Entlastet werden vor allem Schulter und Hüfte. Wie stark das spürbar wird, hängt von Gewicht, Schlafposition und der Matratze darüber ab.
Die Unterfederung ist das Bauteil, über das beim Bettenkauf am wenigsten gesprochen wird, obwohl sie mitbestimmt, wie Sie liegen. Wer morgens mit tauber Schulter aufwacht, verdächtigt zuerst die Matratze. Auch die Unterfederung kann dabei eine Rolle spielen. Dieser Beitrag erklärt, was das Tellersystem technisch anders macht, was sich daran einstellen lässt und für welche Schlafsituationen sich der Wechsel rechnet. Am Ende können Sie einschätzen, ob ein Termin zum Probeliegen für Sie sinnvoll ist.
Was ist das RELAX 2000 überhaupt?
Kurz gesagt eine Alternative zum klassischen Lattenrost. Dort liegen feste Federholzleisten quer unter der Matratze. Beim RELAX 2000 sitzen stattdessen viele kleine, runde Teller auf einzelnen Federkörpern.
Jeder dieser Teller bewegt sich in mehrere Richtungen. Wo mehr Druck ankommt, etwa an Schulter oder Hüfte, gibt der Teller stärker nach; wo weniger Gewicht lastet, stützt er weiter. Die Wirbelsäule bleibt dadurch näher an ihrer natürlichen Linie, in Rücken- wie in Seitenlage. Für die Federkörper gibt der Hersteller eine Einsinktiefe von bis zu 70 Millimetern an.
Ein Punkt wird häufig überlesen: Federkörper, Teller und die Matratze darüber wirken zusammen, einzeln lässt sich keines der Teile sinnvoll beurteilen. Wer nur die Unterfederung tauscht und eine sehr feste Matratze darauf liegen lässt, wird den Unterschied kaum bemerken. Ob das System in einen vorhandenen Bettrahmen passt, hängt von dessen Innenmaß und der Auflagesituation ab, und genau das klären wir vor jedem Angebot.
Tellersystem, Lattenrost, elektrisch: der Überblick
Zum Einordnen die gängigen Unterfederungen nebeneinander. Keine davon ist für alle richtig, es kommt auf Anspruch, Schlafverhalten und Budget an.
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System |
Prinzip |
Stärke |
Für wen |
|---|---|---|---|
|
Klassischer Lattenrost |
feste FEderholzleisten |
solide, günstig |
wer gut schläft und wenig Anpassung braucht |
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Lattenrost mit Zonen |
Leisten mit Schulter- und Beckenzone |
etwas mehr Anpassung |
wer eine einfache Verbesserung sucht |
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Tellersystem (RELAX 2000) |
viele bewegliche Holzteller |
punktgenaue Anpassung, offene Bauweise |
Seitenschläfer, Positionswechsler |
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Elektrisch verstellbar |
Tellersystem mit Motor |
Kopf und Fuß verstellbar |
Lesen im Bett, leichteres Aufstehen |
Der Sprung vom starren Rost zum Tellersystem ist im Liegen deutlich zu merken. Ein fester Rost reagiert kaum, wenn Sie sich drehen; die Teller folgen der Bewegung. Wie viel Ihnen dieser Unterschied wert ist, hängt davon ab, wie unruhig Sie schlafen, und lässt sich ehrlich nur im Liegen beantworten.
Wie sich das System an Ihren Körper anpasst
Die beweglichen Teller
Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied beim Drehen. Schulter und Hüfte sinken so weit ein, wie sie es brauchen, was dem Einschlafen des Arms in Seitenlage entgegenwirken kann. Der untere Rücken bekommt gleichzeitig Auflage, statt durchzuhängen. Wie tief die Teller im Alltag nachgeben, hängt neben der Einstellung von der Matratze ab. Ein Handgriff im Schauraum macht das Prinzip begreiflich: Drücken Sie auf einen einzelnen Teller, dann spüren Sie, wie er nachgibt, während die Nachbarteller stehen bleiben.
Härte und Zonen nachstellen
Der Punkt, den die meisten Beschreibungen auslassen: Das System ist nicht fix eingestellt. Die Federkörper sind laut Hersteller mit Zugstangen ausgestattet, die bis zu fünf Einstellungen von weich bis fest erlauben, ebenso lässt sich die Entlastung im Schulter- und Beckenbereich verändern. Das geht mit wenigen Handgriffen und lässt sich später wiederholen, wenn sich Gewicht, Matratze oder Gewohnheiten ändern. In der Beratung fragen wir deshalb früh: Steht bei Ihnen absehbar eine Veränderung an? Wenn ja, ist ein nachstellbares System die ruhigere Wahl als eine einmal perfekt getroffene, aber starre Unterfederung. Bei einem Paar in Ober-Grafendorf gab genau diese Nachstellbarkeit den Ausschlag für die Systemfrage.
Holz, Belüftung und Komfortvarianten
Zirbe oder Buche
Gefertigt sind die Teller aus Massivholz, unbehandelt und wahlweise in Zirbe oder in Buche. Weil vorwiegend Holzverbindungen eingesetzt werden, kommt das System weitgehend ohne Metall aus. Buche ist elastisch und robust. Zirbe ist die diskutiertere Variante. Das Holz bleibt unbehandelt, auf Lacke und Beschichtungen wird verzichtet.
Elektrisch verstellbar
Das Tellersystem gibt es auch mit Motor. Kopf- und Fußbereich lassen sich anheben, was das Lesen im Bett und das Aufstehen erleichtert. Optisch bleibt es ein normales Bett. Wer den Wohnraum insgesamt bequemer einrichten möchte, findet weitere Ansätze im Beitrag barrierearm wohnen ab 50.
Belüftung und Haltbarkeit
Zwei praktische Punkte gehen im Verkaufsgespräch gern unter. Erstens zirkuliert zwischen den einzelnen Tellern Luft, die Matratze liegt also nicht auf einer geschlossenen Fläche. Zweitens sind Massivholz und Federkörper auf lange Nutzung ausgelegt, und einzelne Teile lassen sich tauschen, statt das ganze System zu ersetzen. Der zweite Punkt wiegt für die Kaufentscheidung schwerer, weil ein reparierbares System Sie nicht an den heutigen Zustand bindet.
Für wen sich das RELAX 2000 lohnt, und für wen weniger
Kein Bettsystem passt zu allen. Seine Stärken spielt das RELAX 2000 vor allem dann aus, wenn Sie auf der Seite schlafen und morgens Schulter oder Hüfte spüren, wenn Sie nachts häufig die Position wechseln oder wenn zwei Menschen mit unterschiedlichem Körperbau dieselbe Schlaffläche teilen.
Weniger lohnt der Aufwand, wenn Sie zufrieden schlafen und Ihre Unterfederung in Ordnung ist. Dann raten wir ab, statt etwas zu verkaufen. Auch bei einer sehr festen Matratze oder einem Rahmen, dessen Innenmaß die Bauhöhe nicht hergibt, bremsen wir eher, statt eine Lösung zu konstruieren.
Die Matratze entscheidet ohnehin mit. Anpassungsfähige Auflagen wie Naturlatex oder Kaltschaum geben die Bewegung der Teller weiter, sehr feste oder sehr dicke Matratzen bremsen sie. Deshalb sehen wir uns System und Matratze immer gemeinsam an. Welche Matratzentypen infrage kommen, steht im Schlafstudio-Ratgeber.
Was wir vor einer Empfehlung klären
Bevor überhaupt über ein System gesprochen wird, fragen wir nach der Nacht: Wo zwickt es morgens, wie liegen Sie tatsächlich, wie alt ist die Matratze, und schlafen Sie allein oder zu zweit. Erst danach wird eingestellt. RELAX ist unser Partner für Bettsysteme, deshalb können Sie das RELAX 2000 im Schlafstudio mit passender Matratze probeliegen und im selben Termin mit anderen Unterfederungen vergleichen.
Aus der Praxis
Ein Tellersystem auf dem Papier zu verstehen ist eine Sache, im Liegen zu merken, ob es zu Ihnen passt, eine andere. Legen Sie sich in Ihre echte Schlafposition und bleiben Sie ein paar Minuten so liegen, statt kurz zu testen. Drehen Sie sich einmal bewusst von der Seite auf den Rücken. Genau dabei zeigt sich, ob die Teller der Bewegung folgen und die Schulter frei bleibt.
So wurde das Projekt von Familie S. in Ober-Grafendorf geplant
Das Ehepaar S. schlief auf einem Bett mit 160 cm Breite, darauf eine durchgehende Matratze und ein durchgehender Lattenrost. Er ist deutlich schwerer und schläft auf der Seite, sie ist leicht und liegt auf dem Rücken. Eine Einstellung, die für beide passt, gibt es in dieser Konstellation nicht: Was ihn trägt, ist für sie zu hart. Die Matratze war acht Jahre alt und sollte ohnehin ersetzt werden, der massive Bettrahmen dagegen bleiben.
- Ausgangslage: Doppelbett mit einer durchgehenden Unterfederung und einer durchgehenden Matratze für zwei sehr unterschiedlich gebaute Schläfer.
- Herausforderung: Eine gemeinsame Liegefläche lässt sich nicht auf zwei Körper gleichzeitig abstimmen.
- Umsetzung: die Liegefläche geteilt, nach Prüfung von Innenmaß und Auflage zwei getrennte Tellersysteme in den vorhandenen Rahmen gesetzt, dazu zwei Matratzen, die Zugstangen im Schulterbereich je Seite unterschiedlich eingestellt.
- Warum diese Lösung: Erst zwei getrennte Systeme machen eine seitenweise Einstellung überhaupt möglich, der Rahmen konnte dabei bleiben.
Damit ist jede Bettseite für sich einstellbar, ohne dass am Bett selbst etwas verändert werden musste.
So finden Sie heraus, ob es passt
Vier Schritte bringen Klarheit, bevor Sie an einen Kauf denken.
- Beschwerden notieren: Wo zwickt es morgens, Schulter, Hüfte oder Rücken? Das gibt die Richtung vor.
- Schlafposition ehrlich einschätzen: Seiten-, Rücken- oder Bauchlage, oder ein Wechsel in der Nacht?
- Matratze mitdenken: Ihr Aufbau entscheidet mit, wie viel von der Tellerbewegung ankommt.
- Probeliegen: in Ruhe, in echter Position, mit der Matratze, die darauf liegen soll.
Die Reihenfolge ist bewusst so gewählt: Wer mit Schritt vier beginnt, vergleicht Liegegefühle ohne Maßstab. Aus dem Fall von Familie S. lässt sich außerdem eine Regel für jedes Doppelbett ableiten: Sobald zwei Menschen mit deutlich unterschiedlichem Körperbau dieselbe Fläche nutzen, ist die Frage nach der Teilung wichtiger als die Frage nach dem System. Kommen Sie deshalb zu zweit.
Wie das Bett in den ganzen Raum passt, mit Schrank, Stauraum und Licht, planen wir unter Schlafzimmer gleich mit.
Einblicke in unsere Projekte

Häufige Fragen zum RELAX 2000
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